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Limburg, 22.01.2026

Malteser üben den „Blackout“

Am Samstag, 3. Januar 2026, ist es durch einen Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz zu einem großflächigen Stromausfall gekommen, von dem ca. 45.000 Haushalte und über 2.200 Betriebe im Südwesten Berlins betroffen waren.
Dieser Vorfall macht deutlich, wie schnell der Ernstfall eintreten kann. Daher bereiten sich die Malteser schon seit vielen Jahren auf dieses und weitere Szenarien vor.

So führte die Gliederung Limburg-Weilburg von Freitag, 16., bis Samstag, 17. Januar 2026, ihren mittlerweile dritten Stresstest durch, um das Notfall-Konzept der Malteser für den Ernstfall zu prüfen. Denn im Katastrophenfall müssen sie gut gerüstet und leistungsfähig sein, nur so können sie den vielen möglichen Herausforderungen begegnen.

Von Freitagabend 17 Uhr, dem Zeitpunkt der simulierten Alarmierung eines längerfristigen Stromausfalls, bis zum Samstagabend um 17 Uhr trafen sich die Helferinnen und Helfer in der Dienststelle der Malteser in Eschhofen, um sich auf den simulierten Notfall vorzubereiten.

Die eigene Leistungsfähigkeit testen und Lehren für die Zukunft daraus ziehen

Zunächst wurde die Stromversorgung der Dienststelle durch die Stromeinspeisung von außen über ein leistungsfähiges Notstromaggregat sichergestellt. Damit standen schnell Licht und Wärme zur Verfügung und die Dienststelle wurde dem Anspruch eines sogenannten „Katastrophenschutz-Leuchtturms“ gerecht. Dies sind zentrale Anlaufstellen für Bürger in Krisensituationen (wie z.B. bei längerem Stromausfall), die Informationen, Erste Hilfe, Trinkwasser, Wärme, Lademöglichkeiten und die Absetzung von Notrufen bieten, um die Eigenvorsorge zu ergänzen und die Bevölkerung zu unterstützen. Sie werden oft in Gebäuden wie Schulen oder Gemeindehäusern eingerichtet, sind mit Notstrom und Kommunikationstechnik ausgestattet und dienen als wichtige Informations- und Unterstützungszentren im Katastrophenfall. 

Die Hilfsangebote in den Zentren sind vielfältig und reichen vom einfachen Laden des Mobilfunktelefons bis zur Zubereitung von Babynahrung. Längst getätigte Investitionen und die Materialbeschaffung zahlen sich dabei aus: Wenn es woanders dunkel und kalt ist, kann die Dienststelle vielen Hilfesuchenden eine erste Anlaufstation bieten und sie mit Nahrung und Getränken versorgen.

Die Bedürfnisse sind ganz unterschiedlich: Manche brauchen eine Betreuung, andere machen sich Gedanken um ihr Haustier oder müssen lebensnotwendige Medikamente kühlen. Im Katastrophenfall entstehen viele Fragen und Ängste, auf die eine Antwort gefunden werden muss. Dies kann nur durch eine gut strukturierte Zusammenarbeit aller Betreuungskräfte funktionieren. 

Insgesamt waren 58 Personen als Statisten in die Übung einbezogen, die in dieser Zeit auch mit Nahrung und Getränken versorgt wurden. Zusätzlich wurde die Versorgung weiterer Hilfsbedürftiger simuliert.

Auch die Politik erkennt die Notwendigkeit leistungsfähiger Strukturen

Auch die Politik hat das Thema im Blick. Landrat Michael Köberle freute sich bei seinem Besuch in der Dienststelle der Malteser, dass die Übung so erfolgreich verlief. “Es ist sehr wichtig, dass wir vorbereitet sind auf Ereignisse dieser Art. Hier ziehen der Landkreis Limburg-Weilburg und die beteiligten Hilfsorganisationen an einem Strang", sagte Köberle und bedankte sich ausdrücklich für das hervorragende Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. “Gut vorbereitet zu sein für den Ernstfall ist außerordentlich wichtig”, betonte Köberle, der auch künftig auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit setzt. 

Hofmeister, Mitglied des hessischen Landtages, bedankte sich für die Einblicke, die er durch die Übung gewonnen habe. Man erkenne, die Hintergründe und welche Aufgaben sich stellen könnten. Dies sei für die Verantwortlichen in der Politik wichtig zu wissen: "In Berlin hat man jüngst erfahren können, wie schnell der Ernstfall da ist. Im Nachgang muss das Ganze ausgewertet werden, damit die Politik auch weiß, wo es möglicherweise noch Unterstützung braucht, und wo die Strukturen noch enger vernetzt werden müssen", sagte Hofmeister. 

Auch der hessische Landtagsabgeodnete Christian Wendel bedankte sich bei den Helferinnen und Helfern: „Mir ist wichtig, meine große Dankbarkeit zu äußern für das hervorragende Engagement, gerade auch in der gemeinsamen Arbeit von Haupt- und Ehrenamt. Malteser tun mit den anderen Hilfs- und Rettungsdiensten einen unglaublich wichtigen Beitrag für unser aller Sicherheit, für die Sicherheit unserer Region und weiter darüber hinaus.“ 

„Wir sind mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden“, äußerte sich die für die Übung Verantwortliche Zugführerin des Malteser Hilfsdienstes, Charlotte Scheffler. „Bei jeder Übung werden wir sicherer und lernen immer wieder dazu, um noch leistungsfähiger zu werden“, resümierte sie den Einsatz. 

Christian Darantik, Kreisbeauftragter der Gliederung Limburg-Weilburg, dankte allen Beteiligten ganz herzlich für das große ehrenamtliche Engagement. Er freue sich schon auf die nächste Großübung mit den Helferinnen und Helfern. „Nur durch eine gute, zielführende und organisationsübergreifende Zusammenarbeit sind wir in der Lage, den bevorstehenden Herausforderungen zu begegnen“, lautete seine Kernbotschaft. 

Alexander Thiele

Volontär in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Kontakt

Ehrenamtlich Interessierte, die sich über die Mithilfe im Katastrophenschutz informieren möchten, können sich an die Gliederung Limburg-Weilburg, Dienststelle der Malteser in Limburg, wenden:
Charlotte Scheffler
charlotte.scheffler@malteser.org

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