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Wiesbaden, 19.01.2026

Von der Last und dem Schatz

Kirchengebäude sind weit mehr als Orte des Glaubens – sie prägen das Bild von Städten und Dörfern, stiften Identität. Doch wie geht es mit diesen Gebäuden angesichts singender Ressourcen, gesellschaftlicher Veränderungen und großer baulicher Herausforderungen weiter? Mehrere Hundert Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche, Kommunen kamen am Samstag, 17. Januar 2026, auf Einladung der CDU-Fraktion Hessen im hessischen Landtag zusammen, um sich über dieses Zukunfsthema auszutauschen, um über Perspektiven für den Erhalt und die zukunftsfähige Nutzung von Sakralgebäuden zu beraten.

Unter den Kongressteilnehmern ware auch eine beachtlich große Gruppe von Ehren- und Hauptamtlichen aus dem Bistum Limburg. Sie hörten zu, brachten ihre Erfahrungen aus der kirchlichen Praxis ein und beteiligten sich am Dialog über neue Verantwortungsgemeinschaften zwischen Kirche, Politik und Gesellschaft.

Thema, das den Alltag prägt

Der Kongress begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Wiesbadener Marktkirche. „Es ist gut, dass wir diese Debatte nicht allein technisch oder finanziell führen, sondern sie geistlich verorten“, sagte Generalvikar Wolfgang Pax. In den anschließenden Workshops und Gesprächsformaten wurde deutlich, dass viele der diskutierten Fragen den Alltag in den Gemeinden bereits prägen. „Die Themen, über die hier gesprochen wird, kennen wir aus unseren Pfarreien sehr genau“, sagten die Pfarrer Knud Schmitt aus Wiesbaden und Christian Fahl aus Dillenburg. „Es ist deshalb wichtig, die eigenen Erfahrungen einzubringen und zugleich zu hören, wie andere Bistümer und die evangelischen Landeskirchen mit ähnlichen Herausforderungen umgehen“, so die Pfarrer.

Mehrere Limburger Stimmen betonten, dass kirchliche Gebäude nicht allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden dürften. „Kirchen sind mehr als Immobilien“, so eine Wortmeldung aus der Limburger Gruppe. „Sie sind Orte von Erinnerung, Gemeinschaft und Glauben. Diese Bedeutung muss auch dann leitend bleiben, wenn neue Nutzungsformen entwickelt werden.“

Gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen

Als Gewinn des Tages beschrieben die Teilnehmenden aus Limburg vor allem den offenen Austausch mit politischen Verantwortungsträgerinnen und -trägern. „Wir haben erlebt, dass es ein ernsthaftes Interesse gibt, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen“, sagte Diözesanbaumeister Stefan Muth. Das gegenseitige Zuhören habe dazu beigetragen, die jeweiligen Rahmenbedingungen und Erwartungen besser zu verstehen.

Der Kongress endete mit der gemeinsamen Einschätzung, den begonnenen Dialog fortzusetzen. Für die Teilnehmenden aus dem Bistum Limburg war der Tag in Wiesbaden ein wichtiger Impuls. „Wir nehmen viele Anregungen mit – und die Bestätigung, dass diese Fragen nur im gemeinsamen Gespräch von Kirche, Politik und Gesellschaft weitergebracht werden können“, lautete ein Fazit. Kirchen seien nicht nur Lust sondern oft auch ein Schatz, der zum Wohle der Menschen genutzt wurde.

Letter of Intent

Ein wichtiges Ergebnis des Kongresses war zudem die Unterzeichnung eines Letter of Intent. Darin bekunden die Beteiligten ihre gemeinsame Absicht, den begonnenen Dialog zur Zukunft der Sakralgebäude fortzusetzen und weiter zu vertiefen. Ziel ist es, den Austausch zwischen Kirche, Politik und Kommunen zu verstetigen und gemeinsam nach tragfähigen, langfristigen Lösungen für den Erhalt und die Weiterentwicklung kirchlicher Gebäude zu suchen. Der Letter of Intent unterstreicht den Willen aller Beteiligten, Verantwortung nicht gegeneinander, sondern miteinander wahrzunehmen.

Stephan Schnelle

Pressesprecher

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