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Limburg, 20.03.2026

Bätzing: Gruß zum Fastenbrechen

Anlässlich des Fastenbrechens 2026 der Musliminnen und Muslime hat Bischof Georg Bätzing eine Grußbotschaft gesendet. Er beglückwünschte die Gläubigen des Islam zur Vollendung des Fastens und nahm Bezug auf die Beziehung zwischen Christen und Muslimen in Deutschland.

Die Grußbotschaft im Wortlaut:

Der Friede sei mit Ihnen!

Liebe muslimische Gläubige,

in diesen Tagen endet für Sie der Monat Ramadan mit dem Id al-Fitr bzw. dem Zuckerfest. Ich möchte Sie zum vollendeten Fasten beglückwünschen und Ihnen für das Fest Gottes Segen und eine fröhliche Feier im Kreis Ihrer Familien und Freunde wünschen.

Wieder liegen in diesem Jahr die muslimische und die christliche Fastenzeit parallel. Auch wir Christen bemühen uns in unserer Fastenzeit nicht nur um Enthaltsamkeit, sondern ebenso um die Besinnung auf Gottes Wort, um innere Umkehr und um die Beförderung des Friedens.

Am 25. Februar 2026 haben wir katholischen Bischöfe in Deutschland auf unserer Frühjahrsvollversammlung einen ganzen Studientag lang dem Islam gewidmet. Das ist durchaus etwas Besonderes und zeigt die Wichtigkeit, die wir dem Dialog der Weltreligionen beimessen. Muslimische und christliche Fachgelehrte haben uns fundierte Einblicke in die Realität des islamischen Lebens und der christlich-muslimischen Begegnung im deutschen Kontext gegeben, wobei den vielen Gemeinsamkeiten zwischen uns, aber auch den bestehenden Besonderheiten und Differenzen zwischen beiden Religionsgemeinschaften Rechnung getragen wurde.

Am gleichen Tag haben wir die neue Arbeitshilfe „Christlich-muslimische Beziehungen in Deutschland“ (AH 348) vorgestellt, die über eine längere Zeit hinweg vorbereitet wurde. In diesem Grundlagentext wird die Weiterentwicklung der katholischen Haltung gegenüber dem Islam seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und die Frage nach der Bedeutung der neu etablierten islamischen Theologie in Deutschland für den Dialog reflektiert.

Vor allem aber geht es, wie der Titel der Arbeitshilfe schon sagt, um die Begegnung zwischen Christen und Muslimen in Deutschland. Die Arbeitshilfe listet daher nicht einfach Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf, sondern sie bezeichnet Beziehung als Leitkategorie. Sie will Hinweise geben, wie eine gelingende Beziehung gestaltet werden kann, die nicht nur eine diplomatische Begegnung sein soll, sondern die uns im Kern berührt. Dies wird in einer sehr geglückten Formulierung deutlich, die auf einem christlich-islamischen Treffen im November 2023 geäußert wurde: „Christliches Leben in Deutschland wäre ärmer, wenn es kein jüdisches und kein islamisches Leben in diesem Land gäbe, islamisches Leben wäre ärmer, wenn es kein jüdisches und christliches Leben in diesem Land gäbe.“

Dazu gehört das theologische Religionsgespräch genauso wie der nachbarschaftliche Dialog in der Praxis des alltäglichen Zusammenlebens. Nicht immer und in allen Dingen müssen wir dabei einer Meinung sein – auch das gehört zu einer Beziehung. Aber wenn wir eine Sprache für das Unterscheidende und für das Trennende finden, die mit Klugheit und Wertschätzung im gegenseitigen Respekt verbleibt, dann kann auch das uns bereichern und ein Mehrwert für unsere Gesellschaft sein. Auf diese Klugheit und Wertschätzung verpflichtet uns Katholiken bereits die Erklärung „Nostra Aetate“, mit der das Zweite Vatikanische Konzil vor mehr als 60 Jahren das Verhältnis unserer Kirche zu den Weltreligionen neu bestimmt hat.

Einen herzlichen Dank darf ich Ihnen auch für die zahlreichen Einladungen zum Fastenbrechen in unterschiedlichen Gemeinden auf dem Gebiet des Bistums Limburg aussprechen, auch wenn ich nicht jede Einladung zum Fastenbrechen persönlich annehmen konnte.

+  Dr. Georg Bätzing

    Bischof von Limburg

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