Limburg/Frankfurt/Fulda/Mainz, 06.03.2026
Inklusive Medienbildung wirkt
Zum Projektabschluss veröffentlicht die KEB Hessen eine umfassende Projektdokumentation, die Erfahrungen, Ergebnisse und praxiserprobte Ansätze bündelt.
„Unser Ziel war es, Menschen mit Unterstützungsbedarf in ihrer digitalen Selbstbestimmung und politischen Meinungsbildung zu stärken und ihre Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen zu fördern“, sagt Johannes Oberbandscheid, Vorsitzender der KEB Hessen.
Inklusive Medienbildung konkret umgesetzt
Das Projekt basierte auf drei zentralen Elementen: Ein Fachtag „Medienmüdigkeit von Menschen mit Lernschwierigkeiten“ in Limburg richtete sich an Fach- und Lehrkräfte der Eingliederungshilfe. Im Mittelpunkt standen Medienkompetenz, Wirkmechanismen der Plattform TikTok und Strategien gegen Desinformation.
Zudem entstand das Kartenset „Soziale Medien einfach erklärt“ mit 40 Fragen und Antworten in Leichter Sprache. Es wurde gemeinsam mit der Zielgruppe entwickelt und durch die Prüfgruppe für Leichte Sprache der Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen geprüft.
Schwierige Themen in Einfacher Sprache aufbereitet
Es fanden zweitägige Workshops statt, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Lernschwierigkeiten zugeschnitten waren. Themen wie Fake News, Deepfakes, Algorithmen und Filterblasen sowie das Einordnen politischer Inhalte auf Plattformen wie TikTok und Instagram wurden in Einfacher Sprache aufbereitet.
Ergänzend entstanden Erklärvideos in Leichter Sprache und barrierearme Social-Media-Beiträge. Außerdem wurde die Webseite www.leichte-sprache.online grundlegend überarbeitet, um Inhalte und Materialien leichter auffindbar und selbstständig nutzbar zu machen.
Eine zentrale Rolle spielte die Beteiligung der Zielgruppe. „Bildungsangebote gewinnen an Qualität, wenn sie mit den Menschen entwickelt werden, für die sie gedacht sind“, betont Anne Badmann, Referentin der KEB Hessen für Bildungsangebote in Leichter Sprache. „Die Teilnehmenden wirkten aktiv mit, brachten eigene Ideen ein und waren Expert*innen für ihre eigene Lernwelt.“
Projektdokumentation: Methoden, Ergebnisse und Erfahrungen
Die Projektdokumentation gibt Einblicke in Konzeption, Umsetzung und Evaluation, enthält Stimmen aus dem Projekt sowie Fotos. Sie zeigt, was inklusive Medienbildung braucht: verständliche Sprache, visuelle Unterstützung und die Beteiligung der Zielgruppe. Sie richtet sich an Bildungsträger, Fachkräfte und alle, die inklusive Bildungsangebote weiterentwickeln möchten.
Förderung und Kooperation
Gefördert wurde das Projekt vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen. Kooperationspartner waren der Caritasverband für die Diözese Limburg e.V. und der Hessencampus Limburg-Weilburg.
Nachhaltige Wirkung
Insgesamt leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu mehr digitaler Selbstbestimmung und demokratischer Teilhabe. Die Erfahrungen legen nahe, diesen Ansatz fortzuführen und Angebote der Erwachsenenbildung gezielt für Menschen auszubauen, die auf leicht zugängliche Vermittlungsformen angewiesen sind.
Die Projektdokumentation sowie das Kartenset „Soziale Medien einfach erklärt“ sind abrufbar bzw. bestellbar über www.keb-hessen.de.
Die Social-Media-Kanäle „leichtesprache.keb“ auf Instagram und Facebook bieten weiterhin leicht verständliche Inhalte und aktuelle Beiträge zu gesellschaftlich relevanten Themen.
Hintergrund: KEB Hessen
Die Katholische Erwachsenenbildung Hessen – Landesarbeitsgemeinschaft e.V., kurz KEB Hessen, ist der Zusammenschluss katholischer Träger der Erwachsenenbildung in den hessischen Diözesen Fulda, Limburg und Mainz. Mit einem vielfältigen Kurs- und Veranstaltungsangebot fördert die KEB Hessen die persönliche, berufliche und soziale Weiterbildung von Menschen in ganz Hessen.