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Limburg

Wirkungsanalyse wird konkretisiert

Das Bistumsteam hat sich in seiner Sitzung am Dienstag, 17. März 2026, mit Fragen der geistlichen Orientierung und der strategischen Weiterentwicklung des Bistums beschäftigt. Ein Schwerpunkt der Beratungen lag auf dem Stand des Wirkungsmanagements im Bistum. Zudem setzte sich das Bistumsteam mitten in der Fastenzeit geistlich mit dem diesjährigen Hirtenwort des Bischofs auseinander.

Inhaltlicher Schwerpunkt der Tagesordnung war die Zwischeninformation zum Stand der Initialisierungsphase „wirkungsorientiert arbeiten im Bistum“ beziehungsweise des Aufbaus eines Wirkungsmanagements. Das Thema war bereits im vergangenen Jahr im Bistumsteam beraten worden. Nun wurde vom Querschnittsbereich Strategie und Entwicklung dargestellt, wie sich der Ansatz in den vergangenen Monaten weiterentwickelt hat und an welchen konkreten Stellen er bereits erprobt wird.

Wirkungsorientierung bedeutet dabei, kirchliches Handeln noch stärker von der Frage her zu denken, für wen ein Angebot gedacht ist, was es bei Menschen bewirken soll und wie diese Wirkung sichtbar, nachvollziehbar und weiterentwickelbar werden kann. Im Mittelpunkt stehen also nicht allein Maßnahmen und Aktivitäten, sondern vor allem die Menschen, an die sich kirchliches Handeln richtet, und der konkrete Mehrwert, den Kirche für sie schaffen möchte.

Verständnis von Wirkung geschärft

In der Sitzung wurde deutlich, dass der Ansatz seit der ersten Befassung weiter konkretisiert worden ist. Das Grundverständnis von Wirkung wurde geschärft, erste praktische Erprobungsfelder wurden aufgebaut und ein internes Sounding Board vorbereitet, das die Weiterentwicklung des Themas begleiten soll. Darüber hinaus vernetzt sich das Bistum Limburg zu diesem Thema auch mit Partnern in anderen Diözesen und kirchlichen Zusammenhängen.

Vorgestellt wurden mehrere Beispiele aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern, in denen wirkungsorientiertes Arbeiten bereits konkret eingeübt wird. Dazu gehört etwa die Begleitung eines Exerzitienangebots in einer Frankfurter Pfarrei während der Fastenzeit. Dort wurde vor Beginn des Angebots gezielt gefragt, welche Menschen mit dem Angebot erreicht werden sollen und was sich für diese Menschen durch die Teilnahme verändern oder vertiefen soll. Allein diese Klärung, so wurde berichtet, habe bereits zu einer geschärften und bewussteren Vorbereitung geführt.

Ein weiteres Beispiel stammt aus dem Bereich der Caritas. Dort wurde ein Qualifizierungskurs zur seelsorglichen Begleitung in der stationären Alten- und Hospizarbeit wirkungsorientiert betrachtet. Dabei ging es darum, bestehende Auswertungen zu ergänzen und genauer zu fragen, welche nachhaltigen Veränderungen durch das Angebot angestoßen werden sollen und wie sich diese besser erfassen lassen.

Auch im Bereich des Innovationsmanagements wird das Thema aufgegriffen. Für neue Projekte und Ideen wurde ein Instrument entwickelt, das dabei helfen soll, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob Zielgruppen, Wirkziele und Entwicklungsrichtungen noch stimmig sind oder nachjustiert werden müssen. Ziel ist es, neue Vorhaben nicht nur kreativ, sondern auch gezielt und nachvollziehbar weiterzuentwickeln.

Hilfe, um kirchliches Handeln noch bewusster auszurichten

Im Bistumsteam wurde das Thema intensiv diskutiert. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Wirkung in kirchlichen Zusammenhängen angemessen beschrieben werden kann, wie qualitative und quantitative Zugänge zusammenspielen, welche Rolle Zielgruppenorientierung spielt und wie die Erkenntnisse aus ersten Pilotprojekten später in andere Bereiche übertragen werden können. Deutlich wurde: Wirkungsorientierung wird im Bistum Limburg nicht als technisches Kontrollinstrument verstanden, sondern als Hilfe, kirchliches Handeln bewusster,  unterstützt durch praktische Planungsschritte und nachvollziehbar an den Menschen auszurichten.

Zugleich wurde in der Sitzung benannt, dass das Thema auch für die strategische Entwicklung des Bistums hohe Bedeutung hat. Es knüpft an die langfristigen Ziele des Bistums an und soll dazu beitragen, kirchliche Angebote, Projekte und Ressourcen stärker daraufhin zu betrachten, welche belegbaren Beiträge sie für Menschen und für die Gesellschaft leisten.

Das neu eingerichtete Sounding Board soll diesen Prozess begleiten. Es bringt unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven aus dem Bistum zusammen und soll helfen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, Erfahrungen auszuwerten und mögliche nächste Schritte zu beraten. Die weiteren Ergebnisse und Lernprozesse aus diesem Feld sollen in den kommenden Monaten erneut in die Beratungen des Bistumsteams eingebracht werden.

Kehrt um - denkt neu

Zu Beginn der Sitzung setzte das Bistumsteam ein geistliches Element, indem sich das Gremium mit dem Hirtenwort des Bischofs befasste: Unter anderem tauschten sich die Mitglieder mit den Impulsfragen aus dem Text aus „Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Meinung zu einer wichtigen Angelegenheit geändert? Wo kam es dazu? Und wer oder was hat Sie zum Nachdenken gebracht?“ Diese persönliche und zugleich geistliche Fragestellung lud die Mitglieder des Bistumsteams dazu ein, über Veränderungsbereitschaft, Lernfähigkeit und Umkehr im christlichen Sinn nachzudenken.

Die Auseinandersetzung mit diesen Impulsen wurde im Bistumsteam nicht nur als geistlicher Einstieg verstanden, sondern auch als inhaltliche Brücke zu den weiteren Beratungen des Tages. Gerade die Bereitschaft, neu auf Menschen, Situationen und Herausforderungen zu schauen, spielt auch für die Zukunftsfragen des Bistums eine wichtige Rolle.

Stephan Schnelle

Pressesprecher

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