Limburg
Ein Gott zum Anfassen
„Man kann den Eindruck gewinnen, eine Hiobsbotschaft reiht sich an die andere“, sagte der Bischof mit Blick auf Krieg, Unterdrückung und das Zerbrechen internationaler Ordnungen. „Woher kann die Wende kommen? Wer kann helfen?“ Seine Antwort war eindeutig: „Für mich ist es nach wie vor die Botschaft, die verkündet wurde, als der Himmel zu uns herunterkam, um bei uns zu bleiben: ‚Euch ist heute der Retter geboren‘.“ Mit Jesus, dem Kind in der Krippe, dem Sohn Gottes, habe die Welt eine neue Mitte bekommen. Der Samen einer neuen Welt sei gesät worden.
Ganz in der Tradition Vinzenz Pallottis beließ es Bätzing nicht bei Worten. Wie der Gründer der pallottinschen Gemeinschaft es einst getan hatte, nahm er das Jesuskind aus der Krippe und reichte es den Gläubigen weiter. „Sie sollen das Unglaubliche anfassen, berühren, innerlich Fühlung aufnehmen mit dem Kind, in dem sich Gott gezeigt hat“, erklärte Bätzing. Denn, wenn das Herz in Bewegung komme, dann falle die Wahrheit des Glaubens viel tiefer.
Pallotti habe gewusst, dass Weihnachten nicht vorschnell hinter sich gelassen werden dürfe, erinnerte der Bischof. Der Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden sei, wolle „nicht nur manchen, sondern allen“ Heil schenken. Ein Gott, der Nähe suche. „Ein Gott zum Anfassen“, so Bätzing.